Die gedankliche Faktizität analytischer  Unterscheidungen

bildet Grenzen. Deren Überwindung, Überschreitung, Untertunnelung Künstlerinnen und Künstlern aufgegeben. George Steiner widmet bald 300 Seiten dem Dichter und von ihm so charakterisierten Cartesianer Durs Grünbein. Es mag am knappkurzen “Cogito, ergo sum” liegen, dass sich schon viele Lyriker damit beschäftigten. Die Auseinandersetzung damit wird wohl bis zum Ende menschlichen Denkens weiter geführt werden; denn, was als Feststellung wie eine Lösung daherkommen wollte, ist tatsächlich thematische Eröffnung.
Stücke wie Becketts Endspiel mögen ein offenstehender Ausgang davon sein, jedoch nur einer von vielen.

Lyrik handelt dagegen letztlich irgendwie immer von Liebe; deshalb wird Descartes argumentative Figur hier auf ein lyrisches ‘Selfie’ übertragen.

Existenzaussagen

Ich liebe, also bin ich
so einsichtig, so klar.

Das ist noch kein Beweis für dich,
auch das ist richtig und wahr.

So lieb ich weiter mich
und geb mir noch ein Jahr.

Stenkamp #

Die klassisch-cartesische Objektivierung bezog sich auf das denkende Ich. Wenn diese Prozedur hier auf das liebende Ich übertragen wird, so passt das zu der psychologischen Position, dass es sich bei Liebe um Objektwahl und Objektwahl-Strategien handelt. 
“Existenzaussagen” sind also lediglich Auftakt, schließlich gibt sich das Ich noch ein Jahr. Das ist auch gut so, denn Noël X. Ebony (Poet der Elfenbeinküste) formuliert in seinem Gedicht, “Verliebt in einen Stuhl”, folgende erhellende Zeilen: 
.“... die Liebe (ist) kein Geschenk
 Das uns den Himmel auf die Erde holt”

Ebony*

Wer sich also mit den Folgen von Existenzaussagen beschäftigt oder beschäftigen will, sollte dies sorgfältig tun. Wenn Liebe zu einem Stuhl lediglich eine von möglichen Objektwahlen ist, dann wird die Ungeheuerlichkeit objektivierter Liebe, im Sinne entsubjektivierter Beziehungen vollends deutlich in Liebesgedichten ohne lyrisches Ich.
Ein solches ‘Dinggedicht’ ist beispielsweise Wahnsinn und Systematik. in der Folge davon werden Individuen auf Unica Zürns Warte zurück geworfen, die bekennt: “Ich weiß nicht, wie man die Liebe macht”**.
Das ist auch nicht verwunderlich, wenn wir uns Gottfried Benns ‘Verlorenes Ich’ vergegenwärtigen, “Verlorenes Ich, zersprengt von Stratosphären  ... ***

Sich anders zu verhalten wäre eine Möglichkeit, nur leider bietet keine Assekuranz der Welt eine Versicherung gegen Ich-Verlust an. Allerdings mag vorgebliche Bescheidenheit manches Ich weiter führen.
Oder die Welt ließe sich einschüchtern, Zurückhaltung, auch von Erforderlichem, das muss faktische Bescheidenheit sein.
Oder vielleicht eine andere Alternative, ...

Dagegen formulierte schon der österreichische Physiker Ernst Mach, “Das Ich ist unrettbar.”**** und Hermann Bahr hielt dagegen, ich werde mein Ich behaupten, weiterhin, weil ich es brauchen will und kann, mein ganzes Leben!*****
 

Etwas schräg daher kommen Descartes ungelebte Zweifel >>>>

 

Cartesianer

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